Brettchenweben

Beim Brettchenweben gibt es verschiedene Techniken. Die einfachste ist die Schnurbindung, die ich im Folgenden beschreiben werde. Mit dieser einfachen Technik kann man schnell wunderschöne fortlaufende Muster herstellen.

Material



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Ablängen der Kettfäden

Wie viele Kettfäden von welcher Farbe man braucht hängt vom Muster der Borte ab. Die Kettfäden müssen länger sein, als die fertige Borte werden soll.

Grob gilt: Länge der Borte + 20% + 50cm

Um schnell und einfach alle Fäden auf einmal abzulängen kann man das Garn um zwei feste Gegenstände mit dem gewünschten Abstand (z.B. zwei Stühle) wickeln und dann alle auf einmal abschneiden. Die abgeschnittenen Fäden am besten irgendwo aufhängen, damit sie nicht zu sehr verheddern.

Schären

Schärbrief

Der Schärbrief gibt an, wie die Kettfäden in die Löcher der Brettchen eingefädelt werden müssen. Schärbriefe findet man im Internet (einfach mal in Google nach Schärbrief suchen).

Das Schären

Das Aufziehen der Kettfäden gestaltet sich zu zweit weitaus einfacher. Im Schärbrief haben die einzelnen Löcher der Brettchen meistens Buchstaben. Jedes Brettchen muss zum Einfädeln gleich gehalten werden. Also so, dass bspw. bei allen Brettchen die Nummerierung auf der gleichen Seite und an der Oberseite steht.

Nun ist die Richtung in der man den Faden einfädelt noch entscheidend. Die meisten sprechen von S-Schärung oder Z-Schärung.

Bei der S-Schärung wird der Faden so durch das Loch geführt, dass der Faden von Oben betrachtet die Richtung des Mittelteils des Buchstaben „S“ aufweist. Der Faden kommt also aus Richtung Körper von rechts am Brettchen an, geht dann durch das Loch und geht dann auf der linken Seite weiter nach Hinten. Manchmal ist die Richtung auch mit Pfeilen angegeben. Pfeil nach Rechts bedeutet S-Schärung.

S-Schärung
S-Schärung

Bei der Z-Schärung verläuft der Faden genau in der Gegenrichtung zur S-Schärung. Der Faden weist also von Oben betrachtet die Richtung des Mittelteils des Buchstaben „Z“ auf. Ist ein Pfeil nach links angegeben, ist die Z-Schärung gemeint.

Z-Schärung
Z-Schärung

Den Faden zieht man immer ca. 20cm durch das Loch zu sich heran. Sind alle vier Löcher eines Brettchens eingefädelt legt man es mit der Beschriftung nach unten auf den Boden.

Die Fäden sortiere ich gleich beim Schären, je nachdem, ob sie durch eines der zwei oberen oder der zwei unteren Löcher führen. D.h. es ergibt sich dann je ein Bündel mit den oberen und eines mit den unteren Fäden. Diese Aufteilung nehme ich am langen Ende hinter den Brettchen und am kurzen Ende vor den Brettchen vor.

Fäden
Fäden

Auf diese Art werden alle Brettchen eingespannt. Immer wenn ein Brettchen mit 4 Fäden bespannt wurde, wandert es auf den Stapel mit den fertigen Brettchen (alle mit der gleichen Seite nach unten).

Zum Schluss hat man dann einen Stapel mit allen Brettchen. Nach vorne und hinten gehen jeweils die beiden nach oberen und unteren Fäden getrennten Bündel von Fäden weg.

Brettchen Stapel
Brettchen Stapel

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Spannen

Auch beim Spannen ist es sehr hilfreich, wenn man zu zweit ist.

Einer hebt die Brettchen fest und achtet darauf, dass der Stapel nicht durcheinander gerät und keiner der Fäden aus den Löchern flutscht. Der andere zieht nun auf der Seite der Brettchen mit den kürzeren Fäden, alle oberen Fäden auf die gleiche Länge, entwirrt sie (mit den Fingern durchkämmen) und macht einen Knoten in das ganze Fadenbündel. Dasselbe macht man mit dem unteren Bündel. Die zwei Knoten werden mit der Schnur zusammengebunden und an einem Hacken fixiert.

Anschließend hält einer wieder die Brettchen und der andere zieht beide Fadenbündel auf Spannung. Derjenige der die Brettchen hält fährt nun mit allen Brettchen bis zum anderen Ende, um die Kettfäden zu ordnen. Überschneidungen innerhalb der Kettfäden stören nämlich später beim Weben. Um leichter durchzukommen ist es sinnvoll, die Fäden immer wieder mit den Händen duchzukämmen und zu entwirren. Ist man nun mit den Brettchen etwa 30cm vor dem Ende, müssen beide Fadenbündel mit den Händen nur noch grob entwirrt und verknotet werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass alle Fäden die gleiche Spannung aufweisen. Unterschiedliche Spannungen der Fäden machen das Muster der endgültigen Borte unregelmäßig. Die beide Enden werden dann noch separat verknotet

Die Brettchen müssen zum Schluss wieder zurück auf die Seite gezogen werden an der sie eingespannt wurden. Das Muster wird ansonsten nicht wie gewünscht.

In das lange Ende kann man noch nach jedem Meter einen Knoten machen und mit Luftmaschen verkürzen, damit sich die teilweise sehr langen Fäden nicht verheddern.

Für das Spannen hat jeder seine eigene Technik, also einfach ein wenig rumprobieren!



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Webvorgang

Das Ende der langen Fäden, wird an etwas Stabilem, z.B. Türgriff, fester Hacken oder im Lager an einem Pfahl der Lagerüberdachung befestigt. Das Ende der kurzen Fäden wird am Gürtel befestigt und man setzt sich so hin, dass die Kettfäden unter Spannung stehen.

Webrahmen
Webrahmen

Zwischen den Brettchen und dem angeknoteten Ende am Gürtel bildet sich immer ein Fach zwischen den oberen und den unteren Fäden.

Fach
Fach

Der Schussfaden wird nun durch dieses Fach gezogen. Anschließend werden die Brettchen um eine viertel Drehung von der Weberin weg gedreht. So entsteht ein neues Fach durch das man wieder den Schussfaden zieht. Wie oft man von sich weg drehen muss und wieder zurück ist im Schärbrief angegeben. Z.B. 4 Drehungen weg vom Körper und 4 Drehungen zurück. Einfacher sind Muster, bei denen immer genauso viele Drehungen nach vorne wie nach hinten gemacht werden, weil sich so die Kettfäden immer wieder entwirren. Insbesondere wenn im Webrahmen gewebt wird, kommt es zu Problemen, wenn nicht genauso oft nach vorne wie nach hinten gedreht wird.

Auf diese Weise wird nun die komplette Borte gewebt.

Borte
Borte

Wenn das Band etwa 30cm lang ist kann man es sich direkt an den Gürtel binden.

Wenn man eine Pause beim Weben machen will, kann man die Brettchen über Kreuz wie ein Paket verschnüren, damit sie geordnet bleiben.

Jetzt genug erklärt, viel Spaß beim Weben.

Eure Jodis

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