Bronzeguss

Auf dieser Seite beschreiben wir unsere Erfahrungen mit der Herstellung von gegossenen Gegenständen aus Bronze. Wir verwenden entweder so genannte „Verlorene Formen“ oder gießen unsere Objekte in Formsand.

Im Wikingermuseum Haithabu steht eine Vitrine die sich ausschließlich dem Guss verschiedener Metalle annimmt. Dort werden auch andere Varianten, wie bspw. der Guss in Formen aus Speckstein, Geweih oder auch Holz beschrieben. Die beiden Letzteren sind aber wohl eher für Metalle mit niedrigerer Schmelztemperatur als Bronze geeignet.

Benötigtes Material

Für Wachsmodell und Gussformen

Für den Schmelzvorgang und den Guss

Blasebalge
Blasebalge

Nun zu den eigentlichen Arbeitsschritten:

Herstellung des Wachsmodells

Zunächst müssen die Wachsmodelle für den Guss hergestellt werden. Wir gießen in unserem Beispiel eine Ringfibel. Als Ausgangsmaterial haben sich gegossene Wachstafeln bewährt. Wir gießen sie der Einfachheit halber in Schalen aus Alufolie. Das Wachsmodell kann nun aus den Tafeln heraus geschnitzt werden. Man kann es auch direkt aus Wachs modellieren (vorsichtiges Erhitzen über einer Kerze sorgt für die nötige Elastizität). Wenn das Wachsmodell fertig ist, müssen Luftkanäle und ein Eingusskanal angebracht werden, damit sich beim Gießen keine Luftblasen bilden. Diese sind oft dafür verantwortlich, dass die Bronze nicht alle Hohlräume ausfüllt.

Fertiges Wachsmodell
Fertiges Wachsmodell

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Formbau

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten weiterzumachen:

[Gipsformen]

Der Gipsabdruck:

Der Gipsabdruck (bzw. das Zinnmodell) ist nötig, weil wir festgestellt haben dass Modelle aus Bienenwachs im Formsand zu sehr kleben. Beim Trennen des Rahmens brechen dann (trotz Trennmittel) immer Teile der Form ab. Es gibt zwar Wachssorten die weniger kleben (Carnaubawachs, spezielles Wachs für Goldschmiede) aber das haben wir selbst noch nicht getestet.

Zinnmodell, Zinnpositiv
Zinnmodell
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Gießen in Formsand

Nachdem das Zinnmodell fertig ist, folgt der nächste Schritt: Das Erstellen eines Abdrucks im Formsand. Das Zinnmodell ist übrigens nur notwendig wenn etwas „Neues“ gegossen werden soll. Bestehende Objekte (Aus Bronze o.ä.) lassen sich im Formsand problemlos replizieren. Der Formsand selbst ist ein tonhaltiger leicht öliger Sand (Bentonit) der sich deshalb schön verdichten lässt und die Form behält.

Erstellen eines Formsandabdrucks:
Formsand Ausrüstung
1. Formsand Ausrüstung
Füllen der Form mit Formsand
2. Füllen der Form mit Formsand
Zerteilen der beiden Hälften der Gussform
3. Teilen des Formsandkastens
Zwei Hälften der Gussform
4. Zwei Hälften der Gussform
Form mit Trennmittel
5. Form mit Trennmittel
Gussform mit Positiv
6. Gussform mit Positiv
Zwei Hälften mit Abdruck
7. Zwei Hälften mit Abdruck
Zwei fertige Hälften der Gussform
8. Zwei fertige Hälften
Bronzeguss in Fromsand
9. Bronzeguss in Formsand
Geöffnete Form
10. Geöffnete Form
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Bronzeschmelzen und Guss

Nachdem die Formen für den Guss vorbereitet sind kann man sich ans Schmelzen und an den eigentlichen Guss machen.

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Das Gröbste hätten wir nun geschafft. Jetzt geht es an die Nachbearbeitung:

Und mit der nötigen Portion Glück, hält man nun das fertige Bronzeteil in Händen und hat sich keine ernsthaften Verletzungen zugezogen.

Fertige Ring-Fiebeln
Fertige Ring-Fiebeln

Ich hoffe diese Informationen können dem Ein oder Anderen bei eigenen Versuchen helfen. Über Anregungen, Kritik und Meinungen freuen wir uns immer.

Liebe Grüße,
Ketill Harvardsson.

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